Fake News können Ihrem Kind zum Beispiel auf Social Media, über Messenger oder bei der Suche nach Informationen begegnen. Da sie oft täuschend echt und schwer zu erkennen sind, ist es hilfreich, gemeinsam darüber zu sprechen und Nachrichten und Informationen kritisch zu prüfen.
Die folgenden Tipps können Sie dabei unterstützen, Ihr Kind im Umgang mit Fake News zu begleiten:
Fragen Sie Ihr Kind, welche Nachrichten und Informationen ihm im Internet begegnen und was es daran glaubwürdig oder auffällig findet. Schauen Sie sich zweifelhafte Beiträge gemeinsam an und lassen Sie sich erklären, warum Ihr Kind eine Nachricht für glaubwürdig hält oder nicht.
Eine wichtige Botschaft dabei ist: Nicht alles, was echt aussieht, muss auch echt sein und stimmen.
Greifen Sie am besten Situationen aus dem Alltag Ihres Kindes auf. So kommen Sie leichter darüber ins Gespräch, warum bestimmte Informationen Zweifel auslösen können und weshalb es sinnvoll ist, ihnen nicht sofort zu glauben.
Schauen Sie gemeinsam genauer hin: Wer hat die Nachricht veröffentlicht? Woher stammen die Informationen? Berichten auch verlässliche Medien darüber? Können Dinge wirklich so passiert sein?
Achten Sie außerdem auf fehlende oder nicht nachvollziehbare Quellen und auf reißerische oder stark emotionale Formulierungen. Bei Websites können auch eine ungewöhnliche Internetadresse oder ein fehlendes Impressum Anlass sein, genauer hinzuschauen.
Nicht jede Frage muss sofort beantwortet werden. Wichtig ist, dass Ihr Kind lernt, bei Zweifeln nachzufragen und weitere Informationen zu suchen.
Bilder können bearbeitet sein oder ursprünglich aus einem anderen Zusammenhang stammen. Eine Bilderrückwärtssuche (zum Beispiel TinEye) kann helfen herauszufinden, ob und wo ein Foto schon früher veröffentlicht wurde. Auch mit Künstlicher Intelligenz lassen sich Bilder, Videos, Stimmen und Texte verändern oder erzeugen, die täuschend echt und glaubwürdig wirken.
Deshalb gilt: Nur weil etwas echt aussieht oder klingt, muss es nicht echt sein.
Suchen Sie bei Unsicherheit gemeinsam nach der ursprünglichen Quelle und prüfen Sie, ob andere verlässliche Quellen den Inhalt bestätigen.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Nachrichten und Informationen nicht sofort weitergeschickt werden sollten. Auch dann nicht, wenn sie von Freundinnen oder Freunden kommen. Auch vertraute Menschen können falsche Informationen weiterleiten, ohne es zu merken.
Eine einfache Regel kann helfen: Erst prüfen, dann weiterleiten.
Stellt sich eine Nachricht als falsch heraus, kann es sinnvoll sein, andere darauf hinzuweisen. So kann die weitere Verbreitung von Fake News oder Verschwörungserzählungen gestoppt werden, besonders wenn diese zuvor versehentlich weitergegeben wurden. Öffentlich verbreitete Fake News können außerdem beim jeweiligen Anbieter gemeldet werden.
Faktencheck-Angebote können aufklären, ob eine Behauptung bereits als Fake News enttarnt wurde, zum Beispiel Mimikama – Zuerst denken, dann klicken, Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft oder der ARD-Faktenfinder.
Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie selbst kritisch mit Informationen und Meinungen umgehen. Nutzen Sie in der Familie seriöse Medien und hinterfragen Sie Quellen. Tauschen Sie sich gemeinsam über aktuelle Themen aus und sprechen Sie offen darüber, wenn Sie selbst unsicher sind.
Hilfsmittel und Methoden können dabei unterstützen, Informationen zu überprüfen. Sie liefern aber nicht immer eine eindeutige Antwort. Daher ist es wichtig, Informationen auch aus eigener Erfahrung einzuschätzen und kritisch zu bewerten.
Nehmen Sie Ihr Kind ernst, wenn eine Nachricht es verunsichert oder ihm Angst macht. Schauen Sie sich den Inhalt gemeinsam an und suchen Sie nach verlässlichen Informationen.
Neben diesen Tipps gilt: Ihr Kind muss Fake News nicht allein erkennen können. Entscheidend ist, dass es weiß, dass es bei Unsicherheit nachfragen und sich an Sie wenden kann.
Konkrete Gesprächsanregungen finden Sie im Beitrag Kindern Fake News erklären.
Eine Verschwörungserzählung behauptet, dass einflussreiche Personen oder Gruppen wichtige Ereignisse heimlich planen oder beeinflussen. Dafür gibt es jedoch keine verlässlichen Belege. Trotzdem werden solche Erzählungen als wahr dargestellt und vor allem über Social Media verbreitet.
Social-Media-Angebote sind Plattformen im Internet, auf denen sich Nutzerinnen und Nutzer austauschen, Inhalte posten und sich selbst darstellen können. Um dort aktiv zu sein, muss man sich anmelden und ein Profil erstellen. Ein Social-Media-Profil kann privat oder öffentlich sein.
Fake News (englisch: fake news = gefälschte Nachrichten) sind absichtlich verbreitete Falschmeldungen. Sie sehen wie echte Nachrichten aus und sollen Menschen täuschen, verunsichern oder beeinflussen. Verbreitet werden sie vor allem im Internet und über Social Media.