Mediennutzung im Familienalltag

Viele Eltern fragen sich bei ihrer Medienerziehung: Wie lange darf mein Kind das Smartphone nutzen oder Games spielen? Es ist aber nicht nur wichtig, wie lange ein Kind Medien nutzt, sondern auch wofür und wie. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Was beeinflusst die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen?

  • Alter und Entwicklung

    Jedes Kind hat andere Interessen, Erfahrungen und Fähigkeiten. Auch das Alter und der persönliche Entwicklungsstand spielen eine Rolle dabei, wie Kinder und Jugendliche Medien verstehen. Deshalb kann sich die Mediennutzung auch bei gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen deutlich unterscheiden.

  • Medienausstattung in der Familie

    Welche Geräte und Angebote in einer Familie vorhanden sind und genutzt werden, prägt die Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Sie erleben von klein auf, welche Rolle Medien im Familienalltag spielen und wie andere Familienmitglieder mit ihnen umgehen.

  • Freundeskreis und Schule

    Auch das soziale Umfeld beeinflusst die Mediennutzung. Was im Freundeskreis oder in der Schule gerade beliebt ist, weckt Interesse. Spiele, Plattformen oder Medieninhalte zu kennen und zu nutzen, kann für Kinder und Jugendliche wichtig sein, um mitreden zu können und sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen.

Welche Bedürfnisse hinter der Mediennutzung stehen können und warum digitale Angebote für Kinder und Jugendliche so attraktiv sind, erfahren Sie im Beitrag Was machen junge Menschen online und warum ist das für sie so wichtig?

Mediennutzung ist mehr als Bildschirmzeit

Eltern sollten darauf achten, wie lange ihre Kinder Medien nutzen. Aber auch andere Aspekte spielen eine Rolle. Eltern sollten sich damit befassen, wofür ihre Kinder Medien nutzen: Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob Kinder und Jugendliche digitale Medien für die Schule, zum Austausch mit anderen, zum Spielen, aus Langeweile, zum passiven Konsumieren von Inhalten nutzen oder um selbst etwas gestalten.

Genauso wichtig ist:

  • ob Kinder ihre Mediennutzung zunehmend selbstständig unterbrechen oder beenden können,
  • ob sie sich an vereinbarte Regeln halten können,
  • ob neben digitalen Medien ausreichend Raum für Schule, Familie, Freundschaften und andere Freizeitbeschäftigungen bleibt.

Medienkompetenz entwickelt sich Schritt für Schritt

Medienkompetent zu sein, bedeutet, Medien selbstbestimmt, kritisch und verantwortungsvoll nutzen zu können. Kinder und Jugendliche lernen das nach und nach. Sie brauchen dabei Begleitung und Unterstützung von Erwachsenen. Mit zunehmendem Alter und wachsender Erfahrung können junge Menschen immer besser einschätzen, welche Angebote und Inhalte sie nutzen möchten, wie oft und wie lange und wofür.

Grundsätzlich tragen die Erwachsenen für den Schutz der Kinder die Verantwortung. Denn Risiken und Folgen der eigenen Mediennutzung einzuschätzen, ist für junge Menschen nicht immer leicht. Online können ihnen Bilder und Videos begegnen, die nicht altersangemessen sind, verstören oder ängstigen können. Gerade jüngere Kinder erkennen oft noch nicht, wann bei einem digitalen Angebot Kosten entstehen oder was passieren kann, wenn sie Bilder und andere Inhalte im Netz teilen oder veröffentlichen.

Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind über mögliche Online-Risiken sprechen und dazu passende Schutz- und Sicherheitseinstellungen vornehmen, zum Beispiel App-Käufe einschränken oder gemeinsam ein privates Social-Media-Profil anlegen.

Technische Einstellungen allein bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Kinder und Jugendliche brauchen Orientierung und Gespräche. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche wissen: Mit unangenehmen Medienerfahrungen müssen sie nicht allein bleiben. Eltern können mit ihrem Kind besprechen, was es bei unangenehmen oder ängstigenden Medienerlebnissen tun kann – zum Beispiel unterbrechen und sich an die Eltern oder eine vertraute Person wenden.

Medienerziehung bedeutet, Kinder und Jugendliche zu begleiten, wenn sie Medien nutzen, und ihnen Orientierung zu geben. Dazu gehört:

  • Interesse zeigen: Sich mit den Medienerlebnissen des Kindes zu beschäftigen.
  • Im Gespräch bleiben: Bei Fragen und Sorgen der Kinder ansprechbar sein.
  • Regeln vereinbaren: Gemeinsam Absprachen treffen und auf die Einhaltung achten.
  • Verantwortung übernehmen: Kinder vor Risiken schützen und sie dabei unterstützen, zunehmend selbstständig mit Medien umzugehen.
  • Vorbild sein: Den eigenen Umgang mit Medien bewusst gestalten.

So lernen Kinder Schritt für Schritt, selbstständig und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen.

Wie Eltern ihre Kinder bei der Mediennutzung begleiten können

Jüngere Kinder brauchen bei der Mediennutzung mehr Begleitung. Eltern können Filme und Serien auswählen, die zum Alter ihres Kindes passen, zusammen mit ihrem Kind im Internet nach Informationen suchen und vereinbaren, wann und wie lange das Kind Medien nutzen darf.

Je älter Kinder und Jugendliche werden, desto eher können sie mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig brauchen sie weiterhin Regeln, Orientierung und die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Begleitung kann auch bedeuten, Medien gemeinsam zu nutzen. Eltern können sich Spiele, Apps oder Videos von ihrem Kind zeigen lassen und diese gemeinsam ausprobieren oder anschauen. Dabei können sie darüber sprechen, was ihrem Kind daran gefällt oder welche Fragen es dazu hat. So zeigen Eltern Interesse und machen deutlich, dass sie bei Problemen ansprechbar sind. Das ist besonders wichtig, wenn Kinder oder Jugendliche online etwas erleben oder sehen, das sie beschäftigt oder überfordert. In solchen Situationen hilft es, zunächst zuzuhören und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen. Kinder sollten wissen, dass sie sich auch mit unangenehmen Erlebnissen an ihre Eltern wenden können. So fällt es ihnen leichter, darüber zu sprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Eltern sind beim Umgang mit Medien wichtige Vorbilder

Das Verhalten der Erwachsenen spielt eine wichtige Rolle: Kinder bekommen von klein auf mit, wie Eltern und andere Familienmitglieder Medien nutzen. Eltern können ein gutes Beispiel geben, indem sie etwa beim gemeinsamen Essen das Smartphone zur Seite legen oder ihrem Kind bei Gesprächen ihre volle Aufmerksamkeit schenken. So zeigen sie, dass Medien zum Alltag gehören, aber nicht immer im Mittelpunkt stehen müssen.

Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Wie Eltern einen guten Umgang mit Medien vorleben können.

Es gibt kein Patentrezept, das für jede Familie gleichermaßen funktioniert. Regeln und Absprachen sollten zur eigenen Familie und zum Entwicklungsstand des Kindes passen. Beim Thema Medien kann es zu Diskussionen und Konflikten in der Familie kommen. Deshalb sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind die vereinbarten Regeln und Absprachen immer wieder überprüfen und anpassen, wenn sie im Alltag nicht mehr funktionieren.

Damit Kinder und Jugendliche die Regeln nachvollziehen können, sollten Eltern erklären, welche Überlegungen dahinterstehen. Auch wenn Kinder und Jugendliche nicht immer einverstanden sind, ist es wichtig, darauf zu achten, dass vereinbarte Regeln eingehalten werden. Das gibt Kindern und Jugendlichen Orientierung und Sicherheit und hilft ihnen, ihre eigene Mediennutzung besser einzuschätzen.
So können Kinder und Jugendliche lernen, mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung für ihre Mediennutzung zu übernehmen.

Mehr dazu, wie Sie gemeinsam Regeln aufstellen, die Mediennutzung bewusster gestalten und im Familienalltag im Gespräch bleiben können, erfahren Sie in den 6 Tipps zur Medienerziehung.

Was heißt das für Eltern?

Entscheidend ist nicht nur, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche mit Medien verbringen. Ebenso wichtig ist, welche Inhalte sie nutzen, warum sie diese nutzen und wie es ihnen damit geht. Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie

  • Interesse zeigen,
  • im Gespräch bleiben,
  • klare Regeln vereinbaren und
  • auf die Einhaltung der Regeln achten.

So lernen Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt, Verantwortung für die eigene Mediennutzung zu übernehmen.

Ein Smartphone (englisch: smart = klug, phone = Telefon) ist ein Mobiltelefon mit vielen zusätzlichen Funktionen. Man kann damit telefonieren, Nachrichten schreiben, Apps nutzen, im Internet surfen, Fotos und Videos aufnehmen und den Alltag organisieren, z. B. mit Kalender oder Navigation.

Online (englisch: online = verbunden) bedeutet, dass ein Gerät mit dem Internet verbunden ist. Dadurch können Apps und Programme auf Inhalte und Funktionen aus dem Internet zugreifen. Auch bei Personen sagt man, dass sie online sind, wenn sie gerade das Internet nutzen.

Ein digitales Spiel nennt man auch Game (englisch: game = Spiel). Games werden auf Computern, Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen gespielt. Man kann sie allein, gemeinsam mit anderen oder über das Internet spielen.

Eine App (englisch: application = Anwendung) ist ein Programm für Smartphone, Tablet oder Computer. Es gibt viele unterschiedliche Apps mit verschiedenen Funktionen, z. B. für Musik, Wetter oder Spiele.