Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

Für Eltern stellt sich oft die Frage: Wie viel Bildschirmzeit am Smartphone, Tablet oder der Konsole ist eigentlich für mein Kind in Ordnung? Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Jedes Kind ist anders. Auch der Familienalltag unterscheidet sich. Wie viel Zeit am Bildschirm für ein Kind passend ist, hängt zum Beispiel ab von

  • seinem Alter,
  • seinen Erfahrungen mit Medien,
  • seinen Interessen und Bedürfnissen oder
  • seiner persönlichen Entwicklung.

Wichtig ist nicht nur, wie lange ein Kind Medien nutzt, sondern auch, was es genau damit macht.

Orientierungshilfe für Bildschirmzeiten

Allgemeine Regeln und Empfehlungen passen nicht zu jedem Kind und zu jeder Familie. Die folgenden Zeitangaben können als Anhaltspunkte dienen:

9 bis 12 Jahre

Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren sollten in ihrer Freizeit Bildschirmmedien nicht länger als 45 bis 60 Minuten am Tag nutzen. Eltern sollten vorher mit ihrem Kind besprechen, was es anschaut oder spielt. Sie sollten jederzeit für das Kind ansprechbar sein. Es sollte auch immer wieder Tage ganz ohne Bildschirmmedien geben.

12 bis etwa 14 Jahre

Kinder und Jugendliche von 12 bis ca. 14 Jahren sollten Bildschirmmedien in ihrer Freizeit nicht länger als zwei Stunden am Tag nutzen. Vor dem Einschlafen sollte genug Zeit ohne Bildschirm bleiben. Am besten werden Bildschirme nach 21 Uhr nicht mehr genutzt. Eltern und Kinder sollten gemeinsam besprechen, welche Inhalte erlaubt sind und wie lange etwas geschaut oder gespielt werden darf. Auch regelmäßige Tage ohne Bildschirm sind wichtig.

Wichtig

Der Alltag sieht oft anders aus. Viele Kinder schauen länger Videos oder spielen länger, als ihre Eltern möchten. Auch haben Eltern nicht immer Zeit, ihre Kinder bei der Mediennutzung zu begleiten. Deshalb sind die genannten Zeiten nur eine Hilfe und keine festen Regeln. Wichtig ist nicht nur, wie lange Kinder und Jugendliche Bildschirme nutzen. Es kommt auch darauf an, ob Inhalte zu ihrem Alter passen und wie sie damit umgehen.

Worauf kommt es bei der Bildschirmzeit noch an?

Neben dem Alter spielt vor allem die persönliche Entwicklung eine Rolle. Manche Kinder können vereinbarte Regeln schon gut einhalten, andere brauchen mehr Begleitung. Auch Videos, Games oder Serien nehmen junge Menschen unterschiedlich wahr: Was für ein Kind harmlos ist, kann einem anderen gleichaltrigen Kind Angst machen oder es verstören.

Wichtig ist auch, wie der Alltag in der Familie aussieht. Ein verregneter, kalter Ferientag kann zur Ausnahme werden. Für einen langen Film oder wenn gemeinsam mit Freundinnen und Freunden gezockt wird, können andere Regeln ausgemacht werden. Manchmal kann es sinnvoll sein, ein Spiel noch kurz zu Ende zu spielen oder einen Film zu Ende zu schauen, statt auf die Minute genau abzubrechen. Längere Bildschirmzeiten sollten aber die Ausnahme bleiben. Feste Regeln geben Kindern und Jugendlichen Orientierung und Sicherheit.

Wichtig ist außerdem, dass es genügend Zeit für Schlaf, Bewegung, Schule, Freundschaften, Hobbys und die Familie gibt. Auch Langeweile ist eine wichtige Erfahrung für Kinder. Sie kann die Kreativität fördern und dazu anregen, eigene Ideen zu entwickeln.

Mehr darüber, warum Kinder und Jugendliche digitale Medien nutzen, erfahren Sie im Beitrag Was machen junge Menschen online und warum ist das für sie so wichtig?

Welche Regeln können im Alltag helfen?

Klare Regeln helfen dabei, vereinbarte Bildschirmzeiten im Alltag einzuhalten. Ab etwa 9 Jahren kann es sinnvoll sein, eine bestimmte Medienzeit für die ganze Woche zu vereinbaren. Kinder können dann selbst entscheiden, wie sie diese Zeit auf die einzelnen Tage verteilen möchten. Dafür können gemeinsam Mediengutscheine gebastelt werden, die das Kind einlösen kann. Das kann Kindern und Jugendlichen helfen, ein besseres Gefühl für die Einteilung der Medienzeit zu entwickeln.

Familien können ihre Vereinbarungen auch in einem Mediennutzungsvertrag festhalten. Darin kann zum Beispiel ausgemacht werden, wie lange und welche Medien genutzt werden dürfen.

Hilfreich ist es außerdem, Zeiten und Orte ohne Bildschirmmedien festzulegen – zum Beispiel beim Essen oder vor dem Schlafengehen. Auch nachts sollte das Smartphone oder Tablet nicht im Kinderzimmer bleiben.

Was heißt das für Eltern?

Behalten Sie die Mediennutzung Ihres Kindes im Blick. Sie können sich dabei an den oben genannten Zeiten orientieren.

Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln, die zu Ihrem Familienalltag und zum Entwicklungsstand Ihres Kindes passen. Je älter Kinder werden und je selbstständiger sie Medien nutzen, desto wichtiger werden außerdem passende Jugendschutzeinstellungen.

Planen Sie außerdem regelmäßig bildschirmfreie Zeiten oder Tage ganz ohne Bildschirmmedien ein.

Denken Sie auch an Ihre eigene Vorbildrolle: Kinder beobachten, wann und wie Erwachsene digitale Medien nutzen. Gemeinsame bildschirmfreie Zeiten können deshalb für die ganze Familie hilfreich sein.

Mehr darüber, woran Sie eine problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen erkennen können, erfahren Sie in dem Beitrag Ständig am Bildschirm: Ab wann wird es problematisch?


Bildschirmzeiten technisch begrenzen

Auf medien-kindersicher.de finden Eltern Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Sicherheitseinstellungen von Geräten, Diensten und Apps ihres Kindes. Dort erfahren Sie zum Beispiel, wie Sie Bildschirmzeiten festlegen und die Nutzungsdauer einzelner Apps begrenzen können.

Ein Smartphone (englisch: smart = klug, phone = Telefon) ist ein Mobiltelefon mit vielen zusätzlichen Funktionen. Man kann damit telefonieren, Nachrichten schreiben, Apps nutzen, im Internet surfen, Fotos und Videos aufnehmen und den Alltag organisieren, z. B. mit Kalender oder Navigation.

Ein Tablet (englisch: tablet = Schreibtafel) ist ein flacher, tragbarer Computer mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm. Es wird mit dem Finger oder einem speziellen Stift bedient. Mit einem Tablet kann man Apps nutzen, im Internet surfen, Fotos und Videos ansehen oder Spiele spielen.

Ein digitales Spiel nennt man auch Game (englisch: game = Spiel). Games werden auf Computern, Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen gespielt. Man kann sie allein, gemeinsam mit anderen oder über das Internet spielen.

Eine App (englisch: application = Anwendung) ist ein Programm für Smartphone, Tablet oder Computer. Es gibt viele unterschiedliche Apps mit verschiedenen Funktionen, z. B. für Musik, Wetter oder Spiele.