Manchmal verbringen Kinder und Jugendliche besonders viel Zeit mit digitalen Medien. Für Eltern ist es nicht immer leicht einzuschätzen, wann die Mediennutzung zu viel wird und wie sie ihr Kind dabei unterstützen können, die Zeit am Bildschirm zu begrenzen.
Die folgenden Tipps können dabei helfen, die Mediennutzung des eigenen Kindes zu begleiten und gemeinsam einen guten Umgang mit Bildschirmmedien zu finden.
Wenn Ihr Kind sehr viel Zeit mit digitalen Medien verbringt, fragen Sie es nach den Gründen. Was beschäftigt Ihr Kind gerade? Hat es vielleicht Sorgen oder Probleme? Versuchen Sie gemeinsam herauszufinden, warum Ihrem Kind die Mediennutzung gerade so wichtig ist.
Sprechen Sie offen und ohne Vorwürfe miteinander. Vielleicht schätzt Ihr Kind seine Mediennutzung anders ein als Sie. Die Bildschirmzeit-Anzeige auf dem Smartphone kann helfen, die tatsächliche Nutzungszeit sichtbar zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen. Hören Sie Ihrem Kind zu und erklären Sie auch, was Ihnen Sorgen macht.
Was in anderen Familien erlaubt ist, muss nicht unbedingt auch in Ihrer Familie erlaubt sein. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann und wie lange es digitale Medien in seiner Freizeit nutzen darf. Beziehen Sie dabei alle Familienmitglieder ein und suchen Sie zusammen nach Regeln, die zu Ihrer Familie passen.
Sie können Ihre Vereinbarungen auch schriftlich festhalten, zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag, den alle unterschreiben.
Nicht jedem Kind fällt es leicht, die eigene Medienzeit im Blick zu behalten. Fragen Sie Ihr Kind, warum es ihm schwerfällt, mit dem Spielen oder Videoschauen aufzuhören. Überlegen Sie gemeinsam, was helfen könnte.
Feste Zeiten für die Mediennutzung können den Alltag erleichtern, zum Beispiel nach den Hausaufgaben oder am Nachmittag. Auch eine rechtzeitige Erinnerung, etwa durch einen Timer, kann helfen. So kann sich Ihr Kind darauf einstellen, dass die Medienzeit bald endet.
Auf vielen Geräten können Sie Zeitlimits für einzelne Apps oder feste Ruhezeiten einstellen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Einstellungen sinnvoll sind, und richten Sie diese gemeinsam ein. So lernt Ihr Kind nach und nach, seine Medienzeit selbst einzuschätzen und zu begrenzen.
Auf medien-kindersicher.de finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Einrichtung von Zeitlimits und Sicherheitseinstellungen auf Geräten sowie in Diensten und Apps.
Gemeinsam etwas unternehmen, Freundinnen und Freunde treffen, lesen, zeichnen oder Sport machen: Es gibt viele Möglichkeiten, die Freizeit ohne digitale Medien zu verbringen. Ermutigen Sie Ihr Kind, anderen Hobbys und Freizeitbeschäftigungen nachzugehen oder etwas Neues auszuprobieren. Aber auch Langeweile darf sein.
Planen Sie als Familie bewusst gemeinsame Aktivitäten ohne Smartphone oder Tablet. So können verschiedene Interessen ihren festen Platz im Familienalltag behalten.
Beobachten Sie, wie sich die Mediennutzung auf den Alltag Ihres Kindes auswirkt. Lassen zum Beispiel die schulischen Leistungen nach? Trifft Ihr Kind seltener Freundinnen und Freunde? Vernachlässigt es zunehmend andere Aufgaben oder Hobbys?
Solche Veränderungen können ein Anlass sein, genauer hinzuschauen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und finden Sie gemeinsam heraus, welche Rolle die Mediennutzung dabei spielt.
Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Ständig am Bildschirm: Ab wann wird es problematisch?
Ein ausgewogener Umgang mit digitalen Medien entwickelt sich oft erst Schritt für Schritt. Begleiten Sie Ihr Kind dabei, ein gesundes Maß zu finden. Wichtig ist, frühzeitig hinzuschauen, wenn die Mediennutzung zunehmend den Alltag bestimmt. Haben Sie Geduld mit Ihrem Kind und bleiben Sie auch bei Schwierigkeiten im Gespräch. Schon kleine Schritte können langfristig etwas verändern.
Wenn Sie sich Sorgen um die Mediennutzung Ihres Kindes machen, können Sie sich Unterstützung holen. Sucht- oder Familienberatungsstellen können helfen. Auch der Austausch mit anderen betroffenen Eltern kann entlasten.
Hier finden Sie ausgewählte Beratungsangebote rund um problematische Mediennutzung.
Fachverband Medienabhängigkeit e. V.
Mediensuchthilfe.info
Suchthilfeverzeichnis der DHS
Weitere Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten sind unter Beratung und Hilfe finden aufgeführt.
Ein Smartphone (englisch: smart = klug, phone = Telefon) ist ein Mobiltelefon mit vielen zusätzlichen Funktionen. Man kann damit telefonieren, Nachrichten schreiben, Apps nutzen, im Internet surfen, Fotos und Videos aufnehmen und den Alltag organisieren, z. B. mit Kalender oder Navigation.
Ein Tablet (englisch: tablet = Schreibtafel) ist ein flacher, tragbarer Computer mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm. Es wird mit dem Finger oder einem speziellen Stift bedient. Mit einem Tablet kann man Apps nutzen, im Internet surfen, Fotos und Videos ansehen oder Spiele spielen.
Eine App (englisch: application = Anwendung) ist ein Programm für Smartphone, Tablet oder Computer. Es gibt viele unterschiedliche Apps mit verschiedenen Funktionen, z. B. für Musik, Wetter oder Spiele.